Die Qualitätsfinder: Tea Taster

Thomas Holz -
Chef Tea Taster

Wie macht er das bloß? Auf der ganzen Welt gibt es tausende von Teesorten, die sich je nach Pflanze, Herkunft, Klima, Anbau, Pflück-, Ernte- und Verarbeitungsmethoden unterscheiden. Immer wieder findet Tea Taster Thomas Holz aus einer Flut von Mustern die richtigen heraus. Eine ganze Reihe von Kriterien wie Geschmack, Geruch, Blattbeschaffenheit oder Farbe des Aufgusses "liest" er im Kontext der Herkunftsländer und beurteilt so Qualität und Preis. Sieht man ihn in der Meckenheimer Zentrale an der langen Teeverkostungstheke riechen, schlürfen, spucken und in Windeseile sein Urteil bilden, beginnt man zu ahnen, womit er die tollen Qualitäten herausfiltert, die dann Jahr für Jahr gleichbleibend in unserer Tasse landen: mit Scharf-Sinn! Die hochsensible Zunge von Thomas Holz ist sein unschätzbares Kapital - und ebenso das von «TeeGschwendner».

Mit dem Verkosten der Muster fängt sein Job aber erst an. Sein komplettes Sortiment hat er stets im Hinterkopf, wenn er bis zu 250 Muster täglich verkostet. Sein Gaumen findet sofort heraus, welche Tees geeignet sind, das Sortiment adäquat zu ergänzen oder für neue Kreationen eingesetzt zu werden. Dazu muss er natürlich erst einmal die Einkaufsgewohnheiten der Verbraucher kennen, indem er ständig den einheimischen Markt beobachtet!

Solcherart "Haus-Aufgaben" bilden die Grundlage eines weiteren wichtigen Aufgabenfeldes: Für Auslandskontakte und Verhandlungen mit Teehändlern braucht er neben einem großen Erfahrungsschatz Verhandlungsgeschick und (mal kein Zungen-, sondern) Fingerspitzengefühl. All dies hat Thomas Holz sich im Laufe seiner 25-jährigen Karriere durch Wissen, Können und zahlreiche Besuche in den Tee-Anbauländer erworben. Das Ergebnis: Heute schätzt man seine Meinung und seinen Rat. Bei Teehändlern und Gartenmanagern genießt er größten Respekt. Die Aufname in das Tee-Taster-Panel des Deutschen Teeverbandes e.V. ist äußerer Beweis seines internationalen Renommees.

Ein Leben für den Tee 

Bevor es mit dem leidenschaftlichen Teetrinken begann, absolvierte Thomas Holz zunächst eine Ausbildung zum Bankkaufmann. Durch einen Besuch in der Hamburger Speicherstadt stieß er auf eine dort ansässige Tee-Import-Firma. Er bewarb sich 1980 mit Erfolg bei dieser Firma mit dem holländischen Namen J. van Eck und blieb dort für die nächsten 11 Jahre.

Anfänglich bestand seine Aufgabe auch im Spülen des Teeverkostungsgeschirrs. Immer wenn keiner schaute, steckte er seine Nase in die aufgebrühten Teeblätter und schnupperte mit wachsender Begeisterung und Übung an den unterschiedlichen Teesorten. Schnell und voller Leidenschaft arbeitete er sich in das Produkt Tee ein und wurde schon bald Assistent der Geschäftsführung. Sein Wissen um den Tee vertiefte er mit Reisen in die Tee-Anbauländer, auf Teeauktionen und durch ständiges Schlürfen und Gurgeln. Denn ähnlich wie beim Wein wird man Teekenner nur durch ständiges Probieren.

In all den Jahren stand «TeeGschwendner» (damals noch "Der Teeladen") in geschäftlicher und auch freundschaftlicher Beziehung zu Thomas Holz. Im Jahre 1991, längst schon Prokurist geworden, verließ Thomas Holz die Firma, um sich mit einer eigenen Importfirma selbständig zu machen. Zeitgleich eröffnete seine Frau als Franchisenehmerin das Teegeschäft Der Teeladen am Jungfernstieg Hamburg.

Drei Jahre später, 1994, wurde Thomas Holz als Tea-Taster nach Meckenheim zu «TeeGschwendner» geholt. Mit seiner über 14 Jahre langen Erfahrung im Teegeschäft war er genau der Richtige für den anspruchs- und verantwortungsvollen Posten. Nach weiteren 7 Jahren wurde er vom Abteilungsleiter Tee-Einkauf zum Geschäftsführer Handel bestellt worden. Sein Hauptaugenmerk liegt auch nach dem 20-jährigen "Tee-Jubiläum" weiterhin auf dem, woran er mit Leib und Seele hängt: Tee. Auch noch nach dem Tode von Firmengründer Albert Gschwendner 2010, als er zusätzliche Verantwortung für andere Geschäftsbereiche mit übernahm.